
Korea · 2,8 Std. · Fleisch · Hauptgang · Für Anfänger
Gamjatang
Auf Englisch: Spicy Pork Bone Stew
Für 4 Personen · metrisch
Schweineknochen-Eintopf mit Kartoffeln, Chinakohl und Perilla
Gamjatang ist koreanisches Alltagsessen in seiner besten Form: Schweinenackenknochen mit viel Fleisch werden milchig weich gekocht, dann kommen Kartoffeln, Chinakohl und eine kräftige Würzpaste aus Doenjang, Gochujang und Gochugaru dazu. In Seouler Restaurants steht der Topf am Tisch und köchelt einfach weiter — zu Hause funktioniert das genauso gut. Dazu gehört gedämpfter Reis und ein paar milde Banchan, etwa Sprossensalat oder Jeon, und aus der Schale wird eine ganze Mahlzeit.
Zutaten
- 1500 gmöglichst fleischig; alternativ Rückgratknochen oder RippenFleischige Wirbelknochen aus dem Schweinenacken, die beim langen Kochen eine kräftige, leicht gelatinöse Brühe ergeben.Ersatz: Schweinerückenknochen sind gleichwertig, Schälrippchen gehen ebenfalls, geben aber eine etwas weniger gehaltvolle Brühe und weniger zartes Fleisch zum Abzupfen.Mehr dazu
- 2000 mlWasserfür die Brühe; zusätzlich Wasser zum Wässern und Blanchieren
- 4Kartoffelnmehligkochend, geschält und in große Stücke geschnitten
- 300 gChinakohlBlätter, vorgegart oder direkt mitgekocht
- 8in Streifen geschnitten, zum Schluss eingerührtGrosse, gezackte Blätter der koreanischen Perilla, eines Lippenblütlers — kräftig-aromatisch mit einem Ton zwischen Minze, Anis und frischem Gras.Ersatz: Einen gleichwertigen Ersatz gibt es nicht. Am nächsten kommt das japanische Shiso, eine verwandte Sorte, doch es ist kleiner, zarter und schmeckt heller, zitroniger. Zum Einwickeln kann man auf Salatblätter ausweichen, dann fehlt aber genau das Aroma, das das Gericht ausmacht.Mehr dazu
- 2 ELbindet und rundet die Brühe ab; ersatzweise gemahlener SesamGeröstete und gemahlene Samen der Perillapflanze, ein grobes, graubraunes Pulver mit nussigem, leicht erdig-krautigem Geschmack.Ersatz: Frisch gerösteter, gemahlener Sesam kommt am nächsten und liefert die nussige Note, aber nicht den erdig-krautigen Ton, und er bindet Suppen weniger stark, sodass sie dünner und weniger cremig bleiben.Mehr dazu
- 1Zwiebelhalbiert, für die Brühe
- 8 ZehenKnoblauchein Teil ganz für die Brühe, der Rest gehackt für die Würzpaste
- 15 gIngwerin Scheiben für die Brühe, etwas gerieben für die Würzpaste
- 4Frühlingszwiebelnweißer Teil für die Brühe, Grün in Stücken zum Schluss
- 2 ELfür die WürzpasteKoreanische Chiliflocken aus sonnengetrockneten roten Chilis, grob oder fein gemahlen. Leuchtend rot, fruchtig, mild bis mittelscharf und leicht rauchig.Ersatz: Am nächsten kommt Pul Biber (Aleppo-Chiliflocken) aus dem türkischen Supermarkt, das ähnlich fruchtig und mild ist, aber öliger, oft gesalzen und etwas säuerlicher. Notfalls mischt man edelsüsses Paprikapulver mit wenig Cayennepfeffer; das trifft Farbe und Schärfe ungefähr, aber nicht die Fruchtigkeit und Textur. Gewöhnliche Chiliflocken sind zu scharf und lassen sich nicht in der üblichen Menge verwenden.Mehr dazu
- 2 ELfür die WürzpasteKoreanische fermentierte Sojabohnenpaste, dunkel, grob und kräftig salzig mit tiefem, erdigem Geschmack.Ersatz: Dunkles, kräftiges Miso kommt am nächsten, ist aber milder, süsser und glatter; man nimmt etwas mehr davon und gibt es eher gegen Ende der Garzeit zu. Den strengen, tiefen Fermentationston von Doenjang erreicht es nicht ganz.Mehr dazu
- 1½ ELfür die WürzpasteKoreanische Chilipaste aus Klebreis, fermentierten Sojabohnen, Chilipulver und Salz, dick, scharf, salzig und leicht süsslich.Ersatz: Einen echten Ersatz gibt es nicht, weil die fermentierte Tiefe und die klebrige Süsse zusammen das Gericht tragen. Als Notlösung lässt sich helle Misopaste mit koreanischem Chilipulver oder anderen milden Chiliflocken und etwas Honig oder Zucker verrühren; das trifft Salz, Schärfe und Süsse ungefähr, wirkt aber flacher und weniger rund. Chilisaucen wie Sriracha sind zu dünn und zu sauer und verändern das Gericht deutlich.Mehr dazu
- 1 ELzum Salzen der WürzpasteHelle, sehr salzige koreanische Sojasauce aus fermentierten Sojabohnenblöcken, zum Würzen von Suppen und Gemüsebeilagen.Ersatz: Am nächsten kommt japanische helle Sojasauce (Usukuchi), die ebenfalls hell und salzig ist, aber milder und ohne den erdigen Gärungston der koreanischen. Gewöhnliche Sojasauce ist nur ein Notbehelf: Sie färbt Brühe und Gemüse dunkel und schmeckt süsser, daher nimmt man weniger davon und gleicht mit etwas Salz aus.Mehr dazu
- 1 ELSardellensauce, für die WürzeKlare, bernsteinfarbene Würzsauce aus gesalzenem, fermentiertem Fisch, in Korea meist aus Sardellen; sehr salzig und kräftig umami.Ersatz: Thailändische oder vietnamesische Fischsauce lässt sich eins zu eins verwenden; sie schmeckt etwas anders, funktioniert aber gut. Ohne Fisch gibt es keinen echten Ersatz: Helle Sojasauce mit einer Prise Salz liefert Salz und etwas Würze, den fermentierten Fischton jedoch nicht.Mehr dazu
- 2 ELgegen den Eigengeruch des FleischesKlarer, milder Wein aus vergorenem Reis, in der koreanischen Küche meist zum Marinieren und gegen Fischgeruch verwendet.Ersatz: Trockener Sherry oder ein trockener Weisswein kommen am nächsten, schmecken aber etwas fruchtiger. Nimmt man japanisches Mirin, wird das Gericht süsser, dann den Zucker im Rezept etwas verringern.Mehr dazu
- Pfefferganze Körner für die Brühe, gemahlen zum Abschmecken
- Salzzum Abschmecken und für das Kochwasser des Kohls
- 2in Ringe oder Stücke geschnitten, zum Schluss (optional)Frische, unreif geerntete Chilischote, grasig-frisch und je nach Sorte mild bis sehr scharf.Ersatz: Für die milde Sorte eignen sich grüne Spitzpaprika oder Peperoni, für die scharfe Jalapeño oder Serrano. Die Frische bleibt dabei erhalten, nur die Schärfe muss man über die Menge anpassen.Mehr dazu
- 30 gnur kurz mitziehen lassen (optional)Die zarten Blätter und Stängel der Speisechrysantheme, eines Blattgemüses mit kräftig-würzigem, leicht bitterem Aroma.Ersatz: Einen wirklichen Ersatz gibt es nicht, weil das eigentümliche Chrysanthemenaroma sonst nirgends vorkommt. Am nächsten kommt eine Mischung aus Brunnenkresse oder Rucola mit etwas Selleriegrün, die Bitterkeit und Würze andeutet; junger Spinat trifft nur die Textur und macht das Gericht deutlich milder.Mehr dazu
- 100 gganz zum Schluss in den Topf (optional)Gekeimte Mungbohnen mit weissem, knackigem Stiel und kleinem grünem Köpfchen, saftig und mild.Ersatz: Sprossen aus dem Glas sind weich und verlieren den Biss, der den Reiz ausmacht, und taugen allenfalls für Suppen. Echte Sojabohnensprossen mit grossem gelbem Kopf sind eine eigene Zutat mit nussigerem Geschmack, die länger gegart werden muss, und ersetzen sie nur bedingt.Mehr dazu
Zubereitung
- Die Knochen wässernDie Schweinenackenknochen 30 bis 60 Minuten in kaltem Wasser wässern und das Wasser zwischendurch ein- bis zweimal wechseln, dann abgießen.
- Knochen blanchieren und abspülenDie Knochen in einem Topf mit Wasser bedecken, aufkochen und 5 bis 10 Minuten sprudelnd kochen lassen. Das Wasser abgießen, die Knochen unter fließendem kaltem Wasser abspülen und Schaumreste abreiben, den Topf gründlich auswaschen.
- Die Brühe ansetzenDie Knochen mit frischem Wasser, der halbierten Zwiebel, ganzen Knoblauchzehen, Ingwerscheiben, dem Weißen der Frühlingszwiebeln und Pfefferkörnern zugedeckt 45 bis 90 Minuten leise köcheln, bis sich das Fleisch weich anfühlt.
- Die Würzpaste anrührenIn der Zwischenzeit die Würzpaste anrühren: Gochugaru, Doenjang, Gochujang, gehackten Knoblauch, geriebenen Ingwer, helle Suppensojasauce, Fischsauce, Reiswein und einen Teil der gemahlenen Perillasamen glatt verrühren.
- Kohl und Kartoffeln vorbereitenDen Chinakohl in Salzwasser 1 bis 5 Minuten blanchieren, kalt abschrecken, ausdrücken und in Stücke schneiden. Die Kartoffeln schälen, in große Stücke schneiden und fast gar vorkochen.
- Die Brühe absiebenDie fertige Brühe absieben, die ausgelaugten Aromaten wegwerfen und die Knochen zurück in die klare Brühe geben.
- Gemüse und Paste einkochenKartoffeln, Chinakohl und die Würzpaste einrühren und alles 10 bis 15 Minuten kochen, bis die Kartoffeln gar sind.
- Kräuter und Grün ziehen lassenDie in Streifen geschnittenen Perillablätter, das Frühlingszwiebelgrün und nach Wunsch grüne Chilischoten, Kronenwucherblume oder Mungbohnensprossen einlegen und 2 bis 3 Minuten ziehen lassen.
- Abschmecken und servierenMit den restlichen gemahlenen Perillasamen, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken und den Eintopf kochend heiß mit gedämpftem Reis servieren.
Tipps und Varianten
Wer es unkomplizierter mag, rührt die Würzpaste direkt ins Kochwasser der vorgegarten Knochen und kocht alles zusammen fertig — Kartoffeln und Kohl dürfen dann auch roh in den Sud. Schön ist auch eine Variante mit gereifter Kimchi, Karotten, Lorbeer und etwas Pflaumensirup (Maesil-Cheong) und einem Spritzer Perillaöl zum Schluss; das Lorbeerblatt vor dem Servieren herausnehmen. Als Einlage passen außerdem Enoki-Pilze oder Shishito-Paprika. Gegen den Eigengeruch des Fleisches hilft beim Vorkochen ein Löffel gemahlener Kaffee mit Reiswein und Pfefferkörnern im Wasser, und statt gemahlener Perillasamen funktioniert gerösteter gemahlener Sesam. Am besten stellt man den Topf auf eine Wärmequelle in die Tischmitte und lässt ihn beim Essen weiterköcheln, dazu Reis und milde Banchan.
Allergene
Enthält: Fisch, Glutenhaltiges Getreide, Soja, Schwefeldioxid und Sulfite
Die Angaben ergeben sich aus der Zutatenliste dieses Rezepts. Fertigprodukte und Marken können weitere Allergene enthalten — bitte prüfe die Verpackungen selbst.
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Dieses Rezept ist sorgfältig aus unabhängigen Quellen zusammengetragen und geprüft worden. Trotzdem kann sich ein Fehler einschleichen — eine Menge, die nicht aufgeht, ein Schritt, der so nicht funktioniert. Wenn dir etwas auffällt, schreib uns: Wir sehen es uns an und bessern nach.


