
Korea · 20 Min. · Fisch · Beilage · Für Geübte
Myeolchi Bokkeum
Auf Deutsch: Gebratene Sardellen mit Shishito-Paprika · Auf Englisch: Stir-Fried Dried Anchovies
Für 4 Personen · metrisch
Knusprige getrocknete Sardellen in süß-salziger Sojaglasur
Myeolchi Bokkeum ist eines dieser kleinen Gerichte, die in Korea als Banchan neben der Reisschale stehen und nach zwei Bissen süchtig machen: knusprige Mini-Sardellen in einer glänzenden Glasur aus Sojasauce, Honig und Knoblauch. Kopf und Innereien bleiben dran und werden einfach mitgegessen – das gehört dazu und sorgt für den tiefen, salzigen Geschmack. Man kocht es auf Vorrat, isst es zu warmem Reis und hat tagelang etwas Gutes im Kühlschrank.
Zutaten
- 100 gkleine bis mittlere Größe, Staub vorher ausschüttelnKleine, ganze Sardellen, gekocht und getrocknet – salzig, intensiv nach Meer, Grundlage vieler koreanischer Brühen und knuspriger Beilagen.Ersatz: Für Brühe kann man auf Bonitoflocken oder japanisches Dashi-Pulver ausweichen, der Geschmack wird dann rauchiger und feiner, weniger kräftig; ein Schuss Fischsauce in Wasser ist eine Notlösung, die salzig, aber flach bleibt. Für Gerichte, in denen die kleinen Sardellen im Ganzen gegessen werden, gibt es keinen brauchbaren Ersatz, weil es gerade um ihren Biss und ihre Knusprigkeit geht; Sardellenfilets aus dem Glas sind zu weich und zu salzig.Mehr dazu
- 2 ELSojasaucefür die Würzsauce
- 1 ELZuckerweiß oder braun, karamellisiert die Glasur
- 3 ZehenKnoblauchfein gehackt oder in Scheiben
- 1 ELerst zum Schluss untermischenDunkles, aus gerösteten Sesamsamen gepresstes Öl mit kräftigem, nussigem Röstaroma; wird meist zum Schluss in kleinen Mengen zum Würzen verwendet.Ersatz: Einen echten Ersatz gibt es nicht, denn das Röstaroma lässt sich mit keinem anderen Öl nachbilden; zur Not helfen ein neutrales Öl und frisch in der Pfanne geröstete, zerstossene Sesamsamen, die Note bleibt aber deutlich schwächer.Mehr dazu
- 1 ELSesamsamengeröstet, zum Bestreuen
- 1 ELPflanzenölzum Braten
- 2 ELersatzweise Reiswein oder Sake, für die SauceKlarer, milder Wein aus vergorenem Reis, in der koreanischen Küche meist zum Marinieren und gegen Fischgeruch verwendet.Ersatz: Trockener Sherry oder ein trockener Weisswein kommen am nächsten, schmecken aber etwas fruchtiger. Nimmt man japanisches Mirin, wird das Gericht süsser, dann den Zucker im Rezept etwas verringern.Mehr dazu
- 1 ELHonigoder koreanischer Mal-/Reissirup, gibt den Glanz
- 100 goder milde grüne Chilischoten, entstielt (optional)Kleine, dünnwandige grüne Paprikaschoten aus Japan, mild und leicht grasig, gelegentlich ist eine scharfe darunter.Ersatz: Pimientos de Padrón kommen am nächsten, haben aber eine etwas dickere Haut und sind öfter scharf. Junge grüne Spitzpaprika in Stücken gehen ebenfalls, sind jedoch saftiger und weniger aromatisch.Mehr dazu
- 1Frühlingszwiebelin feine Ringe geschnitten, zum Abschluss (optional)
- 1 ELfür die scharfe Variante in der Sauce auflösen (optional)Koreanische Chilipaste aus Klebreis, fermentierten Sojabohnen, Chilipulver und Salz, dick, scharf, salzig und leicht süsslich.Ersatz: Einen echten Ersatz gibt es nicht, weil die fermentierte Tiefe und die klebrige Süsse zusammen das Gericht tragen. Als Notlösung lässt sich helle Misopaste mit koreanischem Chilipulver oder anderen milden Chiliflocken und etwas Honig oder Zucker verrühren; das trifft Salz, Schärfe und Süsse ungefähr, wirkt aber flacher und weniger rund. Chilisaucen wie Sriracha sind zu dünn und zu sauer und verändern das Gericht deutlich.Mehr dazu
- 1 TLkoreanische Chiliflocken für zusätzliche Schärfe (optional)Koreanische Chiliflocken aus sonnengetrockneten roten Chilis, grob oder fein gemahlen. Leuchtend rot, fruchtig, mild bis mittelscharf und leicht rauchig.Ersatz: Am nächsten kommt Pul Biber (Aleppo-Chiliflocken) aus dem türkischen Supermarkt, das ähnlich fruchtig und mild ist, aber öliger, oft gesalzen und etwas säuerlicher. Notfalls mischt man edelsüsses Paprikapulver mit wenig Cayennepfeffer; das trifft Farbe und Schärfe ungefähr, aber nicht die Fruchtigkeit und Textur. Gewöhnliche Chiliflocken sind zu scharf und lassen sich nicht in der üblichen Menge verwenden.Mehr dazu
- 2 ELWasserstreckt die Sauce (optional)
- 40 gErdnüssegeröstet, grob gehackt, zum Schluss untermischen (optional)
- Pfeffergemahlen (optional)
Zubereitung
- Die Sardellen aussiebenDie getrockneten Sardellen in ein Sieb geben und kräftig schütteln, damit Staub und kleine Bruchstücke herausfallen.
- Gemüse vorbereitenDen Knoblauch schälen und fein hacken oder in Scheiben schneiden, die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden und die Shishito-Paprika beziehungsweise milden grünen Chilis entstielen und zerkleinern.
- Sardellen trocken röstenDie Sardellen in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze 2 bis 3 Minuten rösten, bis sie duften und knusprig sind, dann herausnehmen und beiseitestellen.
- Paprika und Knoblauch anbratenDas Pflanzenöl in derselben Pfanne erhitzen, die Shishito-Paprika 2 bis 3 Minuten anbraten und den Knoblauch kurz mitrösten, ohne dass er dunkel wird.
- Die Sauce anrührenSojasauce, Mirin, Zucker und Honig verrühren, nach Wunsch Gochujang und Gochugaru einrühren und die Sauce bei Bedarf mit etwas Wasser strecken.
- Sauce sirupartig einkochenDie Sauce in die Pfanne gießen, bei mittlerer Hitze aufkochen und leicht einkochen lassen, bis sie sirupartig wird.
- Sardellen glasierenDie Sardellen zurück in die Pfanne geben und 2 bis 4 Minuten unter ständigem Rühren glasieren; dabei die Hitze niedrig halten, damit der Zucker nicht anbrennt.
- Mit Sesam verfeinernDie Pfanne vom Herd nehmen und Sesamöl, Sesamsamen und nach Belieben Frühlingszwiebelringe, gehackte Erdnüsse und eine Prise schwarzen Pfeffer untermischen.
- Abkühlen, servieren, aufbewahrenAbkühlen lassen und servieren; Reste luftdicht verschlossen im Kühlschrank aufbewahren.
Tipps und Varianten
Wer es scharf mag, löst Gochujang und Gochugaru in der Sauce auf – das ist die kräftige Fassung neben der rein süß-salzigen Sojaglasur; eine Spur Ingwerpaste passt gut dazu. Statt Honig sorgt koreanischer Malz-, Reis- oder Maissirup für eine stärker bonbonartige Glasur, geröstete Erdnüsse oder andere Nüsse bringen Biss. Sind die Sardellen sehr salzig, spült man sie vorab kurz mit kaltem Wasser ab; alternativ brät man sie statt trocken zu rösten direkt in reichlich Öl. Serviert wird klassisch zu warmem Reis, bestreut mit Frühlingszwiebelringen oder Petersilie. Luftdicht hält sich das Gericht einige Tage im Kühlschrank, eingefroren mehrere Monate.
Allergene
Enthält: Fisch, Glutenhaltiges Getreide, Sesam, Soja, Schwefeldioxid und Sulfite
Kann enthalten, wenn du die optionalen Zutaten verwendest: Erdnüsse
Die Angaben ergeben sich aus der Zutatenliste dieses Rezepts. Fertigprodukte und Marken können weitere Allergene enthalten — bitte prüfe die Verpackungen selbst.
Stimmt etwas nicht?
Dieses Rezept ist sorgfältig aus unabhängigen Quellen zusammengetragen und geprüft worden. Trotzdem kann sich ein Fehler einschleichen — eine Menge, die nicht aufgeht, ein Schritt, der so nicht funktioniert. Wenn dir etwas auffällt, schreib uns: Wir sehen es uns an und bessern nach.


